Head of the River 2011 - Die RG Wiking setzt internationales Ausrufezeichen
Apr10Erstellt von:
Sunday, April 10, 2011 8:03 AM 
Seit vielen Jahren ist die Teilnahme der RG Wiking beim größten Achterrennen der Welt, dem "Head of the River" in London, eine feste Tradition. Den größten Erfolg stellt ein 4. Rang in der Gesamtwertung und der mehrfache Gewinn der "Fastest foreign crew trophy" dar. Diese großen Erfolge liegen aber inzwischen fast zehn Jahre und eine ganze Generation zurück. Der damalige Erfolgsschlagmann Martin Hasse ist inzwischen Trainer und versuchte in den letzten Jahren eine Mannschaft zu formieren, die an die einstigen Erfolge, auf der Insel, anschließen kann.
- Stetige Steigerung in den letzen 5 Jahren - In den letzten Jahren konnte sich der erste Achter stetig verbessern. Von Platzierungen knapp über den ersten 50 gelang eine Verbesserung auf die Ränge 48 und 37 in den Jahren 2008 und 2009. Im vergangenen Jahr ließ der Wettkampfkalender keinen Start zu, da zeitgleich die erste wichtige nationale Regatta stattfand. In diesem Jahr wollten dann die Wikinger Maik Zentner, Marko Johann, Janek Horeis, Marvin Hirsch und Felix Leube, unterstützt von Dominik Vent, Jeremias Theus (RCT) und Jonas Platte (RVB) ihren Startplatz 31 verteidigen, den Sprung unter die besten 30 Boote schaffen und den Aufwärtstrend der letzten Jahre fortsetzen. Der Berliner (Leichtgewichts) Achter wurde gesteuert von Richard Binkau, der erstmals auf der anspruchsvollen Strecke von Mortlake nach Putney den Kurs des Berliner Achters vorgab.
- Ideale Bedingungen und ein engagiertes Rennen - Die äußeren Bedingungen ließen ein hohes Tempo und schnelle Zeiten erwarten. Bei überwiegendem Schiebewind wurde die 1. Mannschaft aggressiv von Trainer Martin Hasse eingestellt um die äußeren Bedingungen für sich zu nutzen. Und so gingen die acht Leichtgewichte, im grünen Einteiler mit rotem Brustring, hochfrequent auf den ersten Streckenabschnitt bis zur Barnes railway bridge. Die Mannschaft fand schnell zusammen und so vermeldete „Richi“ bereits nach dem ersten Drittel, dass man deutlich an den vorher gestarteten Achter aus Leverkusen heranfuhr. So motiviert konnte man sich mit Schlagzahl 35 immer weiter heran schieben und dann bei Streckenhälfte nicht nur die Westdeutschen, sondern auch die vorher gestarten Briten der Tideway Scullers' School überholen. Bis zur Hammersmithbridge konnte der Vorsprung weiter vergrößert werden und so ging es auf die letzten beiden Kilometer. Trotz beginnender Erschöpfung galt es nicht locker zu lassen und die unmittelbaren Kontrahenten in Schach zu halten. Das Fulham Stadium läutete den letzten Kilometer ein und der Wikingachter versuchte nochmals alle Reserven zu mobilisieren. Auf den letzten Metern bei nochmals gesteigerter Frequenz wurden einerseits erste Abstimmungsschwächen gezeigt, anderseits jedoch auch der unbedingte Wille alles zu geben und ein gutes Ergebnis zu erzielen. Unmittelbar im Ziel galt es dann festzuhalten, dass man zwei Boote überholt hatte und zufrieden mit dem Rennverlauf war. Welcher Platz dann am Ende dabei herauskommen würde sollte sich erst am Abend beim Besuch der Bootshäuser im Zielbereich herausstellen. Vollkommen erschöpft machte sich dann die Mannschaft auf den Rückweg und wurde dankenswerter Weise von einer Fangruppe aus Bonn mit ersten Erfrischungsgetränken versorgt.
- Freude und Stolz über das Ergebnis -Nach dem Abriggern und Verladen ging es dann wieder in den Zielbereich um aus dem guten Gefühl ein reales Ergebnis werden zu lassen. Gebannt verfolgten dann sowohl Sportler als auch Trainer den Ergebnismonitor auf dem die einzelnen Platzierungen aufgelistet wurden. Auf der ersten Ergebnisseite wurde der Erfolg von Leander in 16:50 vermeldet. Schnellste ausländische Mannschaft wurde der Tschechische Ruderverband auf Platz 3 in 16:59 und die schnellste Leichtgewichtsmannschaft (Leander) schaffte in 17:03 Gesamtrang 4. Unter die ersten 15 Boote hatte es kein deutsches Boot geschafft.
Als der Ergebnismonitor dann umsprang folgten dann Erstaunen, Verwunderung und schließlich große Freude bei den Wikingern. Als erstes Boot auf der zweiten Seite und somit auf Gesamtrang 16 und als schnellstes deutsches Boot erzielte der Wikingachter sein bestes Ergebnis seit Jahren beim Klassiker auf der Themse. In einer Zeit von 17:29 hatte man weniger als 40 Sekunden Rückstand auf den Sieger.
- Bundesligamannschaft mit Wettkampfdebüt –Erfreulicher Weise entschied sich auch das neuformierte Team für die Ruderbundesliga zu einem Start in England und gab somit ihren Saisoneinstand. Arne Seelig, Kay Winkert, Christoph Möbius, Marcel Noack, Timothée Prouvost, Christian Schulze, Albert Mendieta, Uwe Grünberg und Steuermann Paul Madalinski nahmen trotz Ausrichtung auf die Sprintstrecke die 6,8 Kilomter lange Strecke in Angriff. Mit Platz 175 in 18:56 blieb man jedoch hinter den eigenen Erwartungen zurück und konzentriert sich nun auf die kommenden Aufgaben der Ruder Bundesliga.
Ein großer Dank gilt wieder Ellen Kirschner und Axel Hornung die sich, wie schon zur Regatta in Turin, bereit erklärten den Bootstransport nach London zu übernehmen und somit einen wichtigen Anteil an der Realisierung dieser Regatta für die RG Wiking hatten.
Gruppenfoto beider Achter
MZ